In den 1990ern war Toyota im Motorsport noch erfolgreich. Damals begeisterte vor allem der TS020 die Fans, der im Langstreckenrennen von Le Mans mehrere Podiumsplätze holte. Toyota verabschiedete sich dann für lange Zeit aus dem aktiven Motorsport auf der Langstrecke.
Nun sind sie wieder da. Neben Prototypen, die einsam ihre Testrunden auf Rennstrecken drehen und von denen kaum jemand Notiz nimmt, hat Toyota noch ein Motorsport-As im Ärmel: Den Toyota TS030 Hybrid. Der flotte Renner mit dem seltsamen Hahnenkamm hat bereits einige Hundert Kilometer Teststrecke auf dem Buckel – im wahrsten Sinne des Wortes – und wird in der nächsten Saison an mindestens zwei Wertungsläufen des FIA World Endurance Championship teilnehmen. Für den 5. Mai ist die Teilnahme des ersten TS030 beim 6-Stunden-Rennen in Spa Francorchamps geplant, pilotiert von Alex Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima. Der Italiener Andrea Caldarelli ist als Nachwuchspilot unter Vertrag genommen worden. Bei den 24 Stunden von Le Mans am 16. und 17. Juni werden dann zwei hybride Rennwagen teilnehmen.
Anders als die französische Konkurrenz bei den Straßenfahrzeugen oder auch Audi im Motorsport, kombiniert Toyota nicht etwa einen leistungsstarken Diesel mit einem Elektromotor – Nein, es kommt ein 3,4-Liter-V8-Benzinmotor zum Einsatz, die rekuperierte Energie wird kurzzeitig in spezielle Kondensatoren gespeichert, die dann ganz nach Reglement maximal 500 kJ zur Beschleunigung bereitstellen. Rein theoretisch könnte der TS030 aber auch rein elektrisch aus der Boxengasse rollen. Nur: Ob die Fans an der Rennstrecke auf ohrenbetäubenden Motorsound verzichten wollen?
Derzeit sind zwei Systeme im Testbetrieb: Das von Aisin AW entwickelte Hybridsystem treibt die Vorderräder an, das des Projektpartners DENSO die Hinterachse. Auf ein System festlegen möchte sich Toyota derzeit noch nicht. Nur der Name steht bereits fest: TSH-R (Toyota Hybrid System – Racing).
